Angst- und Aggressionsverhalten

Angstverhalten

 Angst ist eine Emotion und wie schon erwähnt biologisch erst einmal sinnvoll, da sie das Individuum vor Gefahren schützt. Sie ist eine Reaktion auf eine Bedrohung. Auch genetische Disposition spielt eine Rolle. So gibt es Hunde, die von Natur aus ängstlicher sind als andere Hunde. Weitere Auslöser für Angst können körperliche Beeinträchtigungen wie Schmerz oder reduziertes Hör- und Sehvermögen sein. Auch die recht weit verbreitete Geräuschangst (Knallangst), sowie unbekannte Situationen (schlechte Sozialisierung), schnelle Bewegungen und neue Reize mit unbekannter Reizintensität können Angstverhalten hervorrufen. Ist der Hund permanent Stress ausgesetzt, kann dies ebenfalls Angst auslösen oder begünstigen. Die Verhaltensweisen, die ein ängstlicher Hund zeigt, können sehr variabel sein und sind wie beim Aggressionsverhalten auch nicht immer sofort und leicht zu erkennen. Daher ist auch hier mein Ansatz, Sie im Bezug auf das Ausdrucksverhalten Ihres Hundes zu schulen. Angst hat viele Gesichter und meist auch Vorboten, die es zu erkennen gilt. Ein leichtes Kopfabwenden oder das Verlagern des Körperschwerpunktes können genau solche Vorboten sein, die ein Halter nicht immer als Angst wahrnimmt.
Bestimmt Angst den Alltag, ist ein normaler Alltag eigentlich gar nicht mehr möglich und der Leidensdruck auch hier immens. Eine genaue Analyse des Problemverhaltens, um die konkreten Auslöser der Angst herausfiltern zu können, ist hier der erste Schritt. Gemeinsam arbeiten wir daran, Möglichkeiten der Verhaltensänderung zu finden. Desensibilisierung gepaart mit Gegenkonditionierung sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Auch das Bearbeiten des Stresslevels stellt eine weitere wichtige Säule dar. 
Eine klare, einfühlsame und vertrauensvolle Kommunikation wird zwischen Ihnen und Ihrem Hund hergestellt. Das alles hilft dem Hund, Bewältigungsstrategien zu erlernen.
Das Training mit sogenannten Angsthunden benötigt viel Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen. Ich helfe Ihnen dabei, all dies in Ihren Trainingsalltag einfließen zu lassen. Auch Rückschläge gilt es immer wieder zu verkraften. Der Weg aus der Angst kann langwierig und steinig sein, aber es lohnt sich, ihn zu bestreiten. Ein unbeschwertes Leben ohne Angst, was gibt es Schöneres?!

Aggressionsverhalten


Die Gründe für derartiges Verhalten können äußerst individuell sein und erfordern eine gründliche Anamnese, um sie zu identifizieren. Hunde zeigen aggressives Verhalten, um Distanz zu wahren oder aufzubauen, ihre eigenen Interessen zu vertreten, ihr Territorium oder Ressourcen wie Nahrung oder Spielzeug zu verteidigen. Auch der Mensch als Sozialpartner kann als Ressource angesehen werden, ebenso wie der Liegeplatz oder andere individuelle Dinge, die für den Hund wichtig sind.


Aggression kann sich gegenüber Menschen, Artgenossen oder anderen Individuen richten. Auch die sexuelle Motivation und der Gesundheitszustand des Hundes dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Oft stehen körperliche Schmerzen in Zusammenhang mit plötzlich auftretender Aggression. Der Begriff 'plötzlich' wird hier bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da die Aggression für die meisten Besitzer unerwartet erscheint, obwohl oft eine Reihe von Vorboten erkennbar sind, die für ein ungeübtes Auge nicht immer leicht zu erkennen sind. Genau hier setze ich an: Ich unterstütze Sie dabei, das Ausdrucksverhalten Ihres Hundes zu verstehen, um frühzeitig auf Anzeichen aggressiven Verhaltens reagieren zu können und wieder eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.


Bei mir finden vollkommen überzogene Korrekturmaßnahmen, wie das Umwerfen des Hundes auf den Rücken, Anschreien oder jede Form von Gewalt, keinen Platz. Solche aversiven 'Trainingsmaßnahmen' fördern aggressives Verhalten und bieten keine langfristige Lösung. Stattdessen zeige ich Ihnen einen Weg, der auf gegenseitigem Verständnis, Respekt, Konsequenz und dem Wiederfinden einer Vertrauensbasis basiert.


Wir können aggressives Verhalten nicht einfach auf Knopfdruck abstellen. Wir werden jedoch Wege finden, um solches Verhalten umzulenken und die Auslöser zu erkennen, um wieder zu einem Alltag ohne Leidensdruck zurückzukehren.

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